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Als Deutschlandstipendiatin und Praktikantin an der Oberschule Rabenau


Marie Zweifel ist eine von drei Studentinnen, die von der DPFA mit einem Deutschlandstipendium unterstützt werden.Neben monatlich 300 Euro, erhielt sie das Angebot, ihr Praktikum an der DPFA-Regenbogen-Oberschule Rabenau zu absolvieren.

Die 22-Jährige kommt ursprünglich vom Bodensee und studiert nun im sechsten Semester Mathematik und Physik auf Lehramt an der Technischen Universität Dresden. In ihrem zweiten Blockpraktikum hospitierte und unterrichtete sie in den Klassen 7, 8 und 10 im Fach Mathematik an der Oberschule Rabenau. Wir haben Sie getroffen und nach ihren Erfahrungen gefragt.

 

Marie Zweifel bereitet ein Tafelbild vor.
Marie Zweifel bereitet ein Tafelbild für den Geometrieunterricht vor. Die Unterrichtsplanung hat sie vorher mit ihrem Tutor abgestimmt. Foto: Katharina Baumann, DPFA Rabenau

Frage: Frau Zweifel, Sie haben sich auf das Deutschlandstipendium beworben und erhalten dieses nun für ein Jahr. Was ermöglicht Ihnen das Stipendium?

Marie Zweifel: Das Deutschlandstipendium hilft mir vor allem, unabhängig vom Bafög zu studieren. Ich jobbe zwar noch nebenbei, aber das kann ich ganz ohne Druck machen, zudem in einem Bereich, der mir Spaß macht. Das Stipendium gibt mir Freiraum und nimmt mir Sorgen.

Was sind die Inhalte Ihres Praktikums in Rabenau?

Ziel in diesem Praktikum ist es, eine Klasse über einen längeren Zeitraum zu unterrichten und einen Verlauf von Unterrichtsstunden zu konzipieren. Gerade habe ich in der 7. Klasse die rationalen Zahlen eingeführt. Vor allem die negativen Zahlen waren neu für die Schülerinnen und Schüler. Es war spannend, den Lernprozess in der Klasse zu beobachten und auf Verständnisschwierigkeiten zu reagieren. Mit meinen Mentoren bin ich in engem Austausch zu den einzelnen Themen, Unterrichtsplanungen und Materialien, die ich einsetzen möchte.

Warum ist die praktische Erfahrung während des Studiums so wichtig?

Im Schulalltag ist man doch noch einmal anders gefordert. Hier sind vor allem die didaktisch-sozialen Kompetenzen wichtig. Ein Bewusstsein für die eigene Wirkung entwickelt man nur in der Klasse. Und auch um die Reaktion der Schülerinnen und Schüler einzuschätzen, braucht es den Schulalltag. Ich konnte vieles aus den Didaktik- und Psychologie-Kursen aus meinem Studium in die Praxis übertragen.

Für welche Erfahrung sind Sie besonders dankbar?

Ich freue mich, dass ich mich in der Rolle der Lehrperson wohlfühle. Die Beziehung zu den Schülerinnen und Schülern ist gut und meine Überlegungen zum Stundenablauf gehen auf. Die Schritte, die ich mir überlegt habe, um einen Sachverhalt zu erklären, sind auch für die Klasse logisch. Das bestärkt mich in meiner Studienwahl.

 

Marie Zweifel mit geometrischen Formen im Lernbüro
Im Lernbüro Mathematik begleitet Marie Zweifel Schülerinnen und Schüler beim selbstorganisierten Lernen. Foto: Katharina Baumann, DPFA Rabenau

Was unterscheidet das Schulzentrum in Rabenau aus Ihrer Sicht von anderen Schulen?

Ich finde es sehr angenehm, dass die Schule so familiär ist. Von vielen Schülerinnen und Schülern kenne ich bereits nach dieser kurzen Zeit die Namen. Die Klassen untereinander haben viel Kontakt – das ist prima. Auch das Lehrerkollegium ist diverser. Seiteneinsteiger ergänzen und bereichern mit spannendem Input. Man kann viel voneinander lernen. Und natürlich stechen das selbstorganisierte Lernen und die andere Tagesstruktur mit den Lerneinheiten von 70 Minuten heraus.

Hatten Sie vorher bereits Kontakt mit dem Selbstorganisierten Lernen (SOL)?

Nein, das kannte ich bislang noch nicht. Es ist eine spannende Idee, dass die Schülerinnen und Schüler sich selbst überlegen müssen, woran sie arbeiten. In meinem Praktikum stehe ich den Schülerinnen und Schülern begleitend bei einigen SOL-Stunden zur Verfügung. Die Herausforderung für mich als Lehrerin ist, den Lernenden Input zu geben, sodass sie in dieser Zeit konstruktiv arbeiten. Der didaktische und soziale Aspekt scheint mir hier besonders wichtig.

Was ist das Tolle am Lehrerberuf?

Das Tolle ist, dass man die nächste Generation dabei begleiten kann, empathische und mutige Menschen zu werden, die für ihre Werte einstehen. Das möchte ich durch eine bewusste und nachhaltige Lebensweise vorleben. Dass ich einen Beruf habe, bei dem ich jeden Abend sagen kann: ‚Ich habe heute wieder etwas Sinnvolles gemacht‘, dieser Gedanke motiviert mich sehr. Und gleichzeitig finde ich es großartig, dass ich selbst auch viel von den Kindern und Jugendlichen mitnehmen und lernen kann. Ich bekomme mit, wie sie die Welt wahrnehmen. Das empfinde ich als sehr bereichernd.

Was möchten Sie den Kindern und Jugendlichen mit auf den Weg geben?

Im Angesicht der ganzen schlechten Nachrichten wünsche ich mir, dass die nächste Generation nicht aufgibt, sich für gute Sachen einzusetzen – mit Empathie und Mitgefühl. Es lohnt sich!

Wir danken Marie Zweifel für das interessante Gespräch sowie ihr Engagement an der DPFA-Regenbogen-Oberschule Rabenau und wünschen ihr für die Zukunft alles Gute.