Vorgestellt: Schulhund Rosa
Wenn Rosa unsere DPFA-Regenbogen-Grundschule besucht, ist die Freude groß. Die vierjährige Labradorhündin gehört zu Pädagogin Catarina Almeida und ist für die Kinder der Klasse 1 längst mehr als nur ein tierischer Gast: Rosa ist vertraut, geduldig und aufmerksam – und manchmal fast so etwas wie eine Klassenkameradin auf vier Pfoten.
Tiergestützte Pädagogik ist an unserer Grundschule ein wertvoller Baustein ganzheitlicher Bildung. Sie kann Kinder emotional stärken, die Lernatmosphäre positiv beeinflussen und zu einem respektvollen Umgang mit Tieren beitragen. Ein Schulhund kann helfen Ängste abzubauen, Empathie und Selbstbewusstsein zu fördern sowie Freude und Abwechslung in den Unterricht zu bringen.

Gut vorbereitet: Rosa ist ausgebildeter Therapiebegleithund
Die Labradorhündin hat eine spezielle Hundeschule zum Therapiebegleithund absolviert und eine entsprechende Prüfung abgelegt. In der Regel besucht Rosa einmal pro Woche die Kinder der Klasse 1. Dabei gilt: Ihr Einsatz ist klar strukturiert, pädagogisch geplant und immer begleitet. Feste Regeln helfen den Kindern, Rosa achtsam zu begegnen. Ebenso wichtig sind Ruhephasen und Rückzugsmöglichkeiten für den Hund – denn auch für Rosa soll der Schulbesuch angenehm und stressarm bleiben.

Eine Deutschstunde mit Rosa
Der Unterricht beginnt ruhig im Sitzkreis. Gemeinsam wiederholen die Kinder zunächst die Regeln im Umgang mit Rosa: Wie nähern wir uns einem Hund? Wann darf gestreichelt werden? Was braucht Rosa, damit sie sich wohlfühlt?
Eine Atem- und Entspannungsübung sorgt anschließend für eine ruhige Atmosphäre. Das tut den Kindern gut – und auch Rosa. Nach einem kurzen Input durch die Klassenleitung arbeiten die Kinder eigenständig an ihren Aufgaben. Dann kommt Rosa ins Klassenzimmer. Neugierig läuft sie zwischen Tischen und Stühlen hindurch. Die Kinder bleiben ruhig, arbeiten konzentriert weiter, Lehrkraft und Erzieherin begleiten sie individuell und unterstützen dort, wo Hilfe gebraucht wird.

Buchstabenlernen mit tierischer Unterstützung
Immer sechs Kinder gehen dann zu Catarina Almeida und der Hündin in den Flur. Dort wartet eine besondere Übung: Verschiedene Buchstaben liegen auf dem Boden. Rosa sucht einen Buchstaben aus und bringt ihn zur Pädagogin. Diese hält den Buchstaben hoch und bespricht kurz mit den Kindern, welcher Laut zu sehen ist.
Dann sind die Schülerinnen und Schüler an der Reihe: In zwei Teams schreiben sie jeweils einen Namen und einen Gegenstand mit diesem Anfangsbuchstaben auf. Nach drei Runden wechselt die Gruppe. Die Übung wirkt spielerisch, ist aber gut vorbereitet. Die Erzieherin hat sie vorher mit Rosa trainiert. So verbindet sich fachliches Lernen mit Bewegung, Teamarbeit und emotionaler Motivation. „Die Kinder sind motivierter, wenn Rosa da ist“, berichtet Catarina Almeida.

Nähe, Verantwortung und Rücksichtnahme
Nach der Lernaufgabe dürfen die Kinder Rosa streicheln oder mit ihr kuscheln – wenn sie möchten und wenn es für Rosa passt. Auch das ist Teil der pädagogischen Arbeit: Die Kinder lernen, Bedürfnisse wahrzunehmen, Grenzen zu respektieren und Verantwortung im Kontakt mit einem Tier zu übernehmen.
Zum Abschluss besucht Rosa noch einmal das Klassenzimmer. Mit zwei kleinen Tricks erfreut sie die Kinder. Nach einem herzlichen Applaus endet die Stunde. Rosa zieht sich danach in „ihren“ Raum zurück und bekommt ihre wohlverdiente Pause.

Rosa im Wald: Lernen über den Klassenraum hinaus
Später am Tag begleitet Rosa ihre Klasse noch einmal in den nahen Wald. Im Kunstunterricht beschäftigen sich die Kinder mit dem Thema Räume. Sie arbeiten praktisch im Freien und gestalten kleine Räume aus Naturmaterialien. Rosa ist dabei – ruhig, neugierig und mittendrin. Fast wie eine Klassenkameradin. Tiergestützte Pädagogik schafft Verbindung, öffnet Lernräume und macht Schule auf eine ganz eigene Weise lebendig.