SCHAU REIN!
Die Aktionswoche „SCHAU REIN! – Woche der offenen Unternehmen Sachsen“ ist die größte Initiative zur beruflichen Orientierung im Freistaat und richtet sich an Schülerinnen und Schüler ab Klassenstufe 7. Eine Woche lang öffnen Unternehmen, Behörden und Einrichtungen ihre Türen und ermöglichen praxisnahe Einblicke in den Arbeitsalltag verschiedenster Berufe. Auch an unseren weiterführenden DPFA-Regenbogen-Schulen wurde die Woche intensiv genutzt, um Schülerinnen und Schülern wertvolle Erfahrungen für ihre berufliche Zukunft zu ermöglichen.
Praxisnahe Einblicke als Schlüssel zur Berufsorientierung
Ein zentrales Ziel der Aktionswoche ist es, Jugendlichen die Arbeitswelt möglichst realitätsnah näherzubringen. „SCHAU REIN ist mir als Praxisberaterin besonders wichtig, weil Schülerinnen und Schüler hier echte Einblicke in die Arbeitswelt erhalten. Sie erleben Berufe nicht nur in der Theorie, sondern vor Ort – oft direkt von Auszubildenden – die ehrlich und auf Augenhöhe aus ihrem Alltag berichten“, sagt die Praxisberaterin Sylvia Grambow aus Chemnitz. Diese authentischen Begegnungen helfen den Jugendlichen, eigene Interessen und Stärken besser einzuordnen und herauszufinden, ob ein Beruf tatsächlich zu ihnen passt. Auch an unseren Standorten in Zwickau und Rabenau wird die Aktionswoche als besonders wertvolles Format wahrgenommen, da sie konkrete Perspektiven eröffnet.
Eigenverantwortung und aktive Teilnahme der Schülerinnen und Schüler
Ein wichtiger Bestandteil der Aktionswoche ist die aktive Rolle der Schülerinnen und Schüler. Sie wählen eigenständig passende Angebote aus und gestalten ihre Berufsorientierung zunehmend selbst. So wird an unseren Schulen bereits ab Klassenstufe 7 die Teilnahme an mindestens einer Veranstaltung empfohlen, während Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 idealerweise mehrere Angebote wahrnehmen. Diese schrittweise Heranführung unterstützt die Jugendlichen dabei, sich intensiver mit ihrer beruflichen Zukunft auseinanderzusetzen.
„Ich schätze die SCHAU REIN deshalb, weil die Schülerinnen und Schüler nach eigenen Interessen und selbstständig ‚losgehen‘ und von den Unternehmen viel Praktisches geboten wird“, sagt die Praxisberaterin Ulrike Czarnikow aus Rabenau. Dort bietet die Schule den Lernenden dabei eine gewisse Flexibilität: Finden Schülerinnen und Schüler kein passendes Angebot im offiziellen Programm, besteht die Möglichkeit, eigenständig einen Betrieb zu wählen und diesen im Rahmen der Aktionswoche zu besuchen.
Während meiner Schau-Rein-Woche habe ich drei Unternehmen aus sehr unterschiedlichen Branchen besucht. Ich wollte ein möglichst breites Spektrum kennenlernen und viele Eindrücke mitnehmen – es geht schließlich um meine Zukunft! Mit hat es in allen drei Unternehmen sehr gefallen und ich finde es toll, dass wir diese Möglichkeit der spannenden Einblicke haben. Jede Veranstaltung begann mit einer kleinen Vorstellungsrunde, gefolgt von einer kurzen Präsentation. Bei S-Factoring konnten wir dann noch drei Stationen durchlaufen. Die Mitarbeitenden dort hatten sich wie vereinbart drei volle Stunden für uns Zeit genommen. Nach so einem Tag kann man tatsächlich einschätzen, ob diese berufliche Tätigkeit etwas wäre, oder nicht. Ich habe neues dazu gelernt, beispielsweise dass man sich nicht nur auf ein Unternehmen fokussieren sollte.
Schüler, Klasse 9, Oberschule Rabenau
Vielfältige Einblicke in unterschiedliche Berufsfelder
Die Bandbreite der besuchten Unternehmen und Institutionen ist groß und bietet den Jugendlichen zahlreiche Orientierungsmöglichkeiten. Von sozialen und medizinischen Berufen über Polizei und Justiz bis hin zu technischen und produzierenden Unternehmen – die Vielfalt der Angebote spiegelt die unterschiedlichen Interessen der Schülerinnen und Schüler wider. Den meisten Jugendlichen gelingt es, passende und spannende Einblicke zu finden. Viele nutzen die Gelegenheit und besuchen mehrere Veranstaltungen, um verschiedene Berufsfelder miteinander zu vergleichen.
Nachhaltige Wirkung und neue Perspektiven
Die Erfahrungen aus der Aktionswoche wirken häufig über den eigentlichen Besuch hinaus. Viele Schülerinnen und Schüler berichten im Anschluss motiviert von ihren Eindrücken und entwickeln neue berufliche Perspektiven. Heidi Ludwig, Praxisberaterin in Zwickau berichtet, dass einige Jugendliche die Aktion gezielt wiederholt nutzen, um ihre bisherigen Erfahrungen zu vertiefen oder neue Bereiche kennenzulernen. Dieses wiederholte Engagement unterstreicht den nachhaltigen Wert des Formats.
An der Oberschule Rabenau spielt auch die Nachbereitung im Unterricht eine wichtige Rolle:
„Die Schülerinnen und Schüler der 8. Klasse erarbeiten eine Präsentation zu ihren Erfahrungen der Woche. Das erweist sich als sehr wertvoll, denn sie geben der ganzen Klasse Inspiration. Einige Schüler sagen danach: ‚Ich weiß jetzt schon, wo ich nächstes Jahr hingehen will.‘“, berichtet Ulrike Czarnikow aus Rabenau.
Ein wichtiger Baustein für die Zukunft
Die Aktionswoche „SCHAU REIN!“ zeigt eindrucksvoll, wie wichtig praxisnahe Angebote für die berufliche Orientierung sind. Sie ermöglicht nicht nur erste Einblicke in die Arbeitswelt, sondern stärkt auch die Eigenverantwortung und Entscheidungsfähigkeit der Jugendlichen. Durch die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und Institutionen erhalten Schülerinnen und Schüler die Chance, ihre Zukunft aktiv mitzugestalten – eine Erfahrung, die weit über eine Schulwoche hinauswirkt.