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Erfolgreich Lernen


Ein Umfeld zum Wohlfühlen und gute Lernbedingungen sind zentrale Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen. An unseren Schulen verstehen wir Bildung als ganzheitlichen Prozess: Neben fachlichen Kompetenzen fördern wir gezielt die emotionale Entwicklung, die Selbstwahrnehmung und die Fähigkeit zur Selbstregulation. Denn Kinder lernen nachhaltiger, wenn sie sich sicher, ausgeglichen und konzentriert fühlen.

Mädchen bei der eigenständigen Arbeit im Klassenzimmer
Regelmäßige Momente der Ruhe sind ein fester Bestandteil eines ganzheitlichen und lernförderlichen Schulalltags. Foto: Nils Eisfeld

Warum Entspannung im Unterricht wichtig ist

Gerade in der Primarstufe bringt der Schulalltag für Kinder vielfältige Anforderungen mit sich: neue Lerninhalte, soziale Interaktionen, Leistungsanforderungen und nicht zuletzt persönliche Herausforderungen. Kurze, regelmäßig angeleitete Entspannungsübungen können helfen, innezuhalten, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen und Gedanken zu ordnen. Studien – unter anderem eine Untersuchung einer australischen Universität mit über 700 Kindern – weisen darauf hin, dass solche niedrigschwelligen, wiederkehrenden Einheiten positive Effekte auf Aufmerksamkeit und Stressbewältigung haben können. 

Kinder beim Lesen von Büchern auf einem Sofa
Auch die gestalteten Lernräume – wie Leseecken im Klassenzimmer – bieten Rückzugsorte, die gezielt für Ruhephasen und Entspannung genutzt werden. Foto: Nils Eisfeld

Entspannung als fester Bestandteil des Unterrichts

Kinder sollen erleben, dass Anspannung und Entspannung zusammengehören – und dass sie selbst Einfluss auf ihr inneres Gleichgewicht nehmen können. In der praktischen Umsetzung haben unsere Grundschul-Lehrkräfte Entspannungs- und Selbstregulationsübungen als kurze, etwa zehnminütige Sequenzen in den Unterricht integriert. Die Inhalte reichen von bewusster Atmung über kurze Gedankenreisen bis hin zu altersgerechten Affirmationen und Übungen zum Umgang mit herausfordernden Gefühlen.

Mädchen mit geschlossenen Augen
Kurze Entspannungsphasen im Unterricht unterstützen die Konzentration und fördern die Lernbereitschaft der Kinder. Mit altersgerechten Übungen lernen Schülerinnen und Schüler, ihre Aufmerksamkeit bewusst zu steuern und zur Ruhe zu kommen. Foto: Freepik

Verschiedene Zugänge ermöglichen

Kinder reagieren unterschiedlich auf einzelne Methoden. Manche lassen sich gut auf angeleitete Vorstellungen ein, andere profitieren stärker von konkreten, körperbezogenen Übungen wie Atemtechniken, kurzen Schweigeminuten, leiser Musik während der Arbeitsphase oder kleinen Partnerübungen wie Rückenmassagen im Sitzkreis.

Jennifer Michel berichtet aus ihrer vierten Klasse, dass besonders solche Formate erfolgreich sind, die direkt an den persönlichen Erfahrungen der Kinder anknüpfen. So wurden beispielsweise eigene Affirmationen zu individuellen Ängsten oder herausfordernden Situationen entwickelt und täglich gemeinsam reflektiert. Durch diese enge Verbindung zur Lebenswelt der Kinder entstand eine hohe Akzeptanz und Beteiligung. 

Zwei Mädchen lachen sich an
Gute Stimmung im Klassenzimmer: Ein lernförderliches Umfeld und eine angenehme Atmosphäre bilden die Grundlage für erfolgreiches Lernen. Foto: Nils Eisfeld

Ganzheitliche Bildung im Blick

Erfolgreiches Lernen ist mehr als das Erreichen fachlicher Ziele. Es umfasst die Fähigkeit, mit Emotionen umzugehen, sich selbst zu motivieren und in anspruchsvollen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Entspannung und bewusste Selbstregulation sind daher kein Zusatzangebot, sondern ein wichtiger Baustein ganzheitlicher Bildung.